Zehn Golfclubs setzen auf eine Karte

Mit der Euregio Greenfee Card können Sportler auf allen teilnehmenden Plätzen spielen- Das Ziel: Neue Impulse für den Tourismus schaffen

Die seit 1996 bestehende Bayerische-Österreichische Golf-Euregio möchte die Attraktivität ihrer Plätze weiter erhöhen und damit auch die regionale Gastronomie fördern sowie einen Beitrag zur Tourismusförderung leisten. Diese Absichten gaben Präsident Josef Neuberger und Vizepräsident Herbert Fritzenwenger jüngst bei einer Pressekonferenz im Golfclub Schloss Guttenburg bekannt. Neuberger ist der Ehrenpräsident des Golfclubs Pleiskirchen, Fritzenwenger Präsident des Golfclubs Ruhpolding. Sie führen den Zusammenschluss von zehn Golfclubs in Südostbayern und eines Clubs im Österreichischen Innviertel. Herbert Fritzenwenger kündigte mit der „Euregio Greenfee Card“ einen „revolutionären Schritt in der Golf-Landschaft“ an, den es ihres Wissens in Deutschland und in Österreich so noch nicht gegeben habe. Gemeint ist damit eine Art „Eintrittskarte“, die es den Vollmitgliedern jedes teilnehmenden Clubs erlaubt, in dieser Saison bis zu zehn Mal auf jeder Anlage aller anderen teilnehmenden Clubs zu spielen, ohne dort noch einmal die sonst übliche „Greenfee“ entrichten zu müssen. Diese „Euregio Greenfee Card“ ist momentan noch eine einfache Bescheinigung des Heimatclubs. Sie kostet beispielsweise die Mitglieder des Golfclubs Pleiskirchen, des Rottaler Golfclubs und des Golfclubs Schloss Guttenburg 100 Euro, während der Golfclub Ruhpolding die Berechtigung über eine Erhöhung seines Mitgliedsbeitrags in seine Leistungen integriert hat. Der Golf-Club am Obinger See hat sich in letzter Minute zur Teilnahme entschieden. Seine Mitglieder zahlen laut Mitinhaberin Corinna Ratcliffe allerdings 270 Euro, weil der Mitgliedsbeitrag des 9-LochPlatzes viel niedriger als der anderen Clubs ist.

„Wir möchten damit neue Mitglieder gewinnen“

Damit die Plätze nicht von Mitgliedern der Partnerclubs überflutet werden, was manche Clubs befürchteten, muss jeder Platz wochentags mindestens 15 und am Wochenende mindestens 10 Mitglieder anderer Clubs spielen lassen. Außerdem ist eine Anmeldung einen Tag im Voraus erforderlich.

Mitglieder, die nicht so häufig spielen wollen, müssen nach wie vor bei den Partnerclubs nur ermäßigte „Eintrittsgebühren“ bezahlen, die wochentags niedriger als am Wochenende sind. Auch für Touristen ändert sich erst einmal nichts.

„Wir möchten zunächst die Attraktivität unserer Clubs in der Bevölkerung steigern und damit neue Mitglieder gewinnen, die sicher die örtliche Gastronomie und den Umsatz unserer Pro-Shops fördern“, erklärte Fritzenwenger als erstes Ziel. „In einem zweiten Schritt werden wir noch kräftig an der Verzahnung unserer Vereine mit dem Tourismus arbeiten.“ Die Bayerisch-Österreichische Golf-Euregio sei die sportliche Heimat für rund 7000 Mitglieder und biete etwa 100 Arbeitsplätze. Wenn man die umliegenden, ihr noch nicht angehörenden Clubs hinzurechne, seien Südostbayern und das lnnviertel die „größte Urlaubs-Golfregion Mitteleuropas“.

Josef Neuberger verwies auf Anfrage der Heimatzeitung auf die Inn-Salzach-Golf-Region mit den vier Clubs Altötting-Burghausen, Pleiskirchen, Rottal und Schloss Guttenburg. Sie hätten 2004 bis 2006 mit einer gemeinsamen 24-seitigen Broschüre geworben, die den Titel „Golferlebnis Inn Salzach“ getragen habe. Damals habe man bereits je zwei Partnerhotels in Altötting, Burghausen und Mühldorf gehabt. An diese Aktivitäten könne man wieder anknüpfen. Erste Vorgespräche dazu seien bereits gelaufen.

Der Vertreter des Salzburger Golfclubs regte an, für die grenzüberschreitenden touristischen Aktivitäten eine Förderung der lnn Salzach Euregio zu beantragen. Deren Vertreterin Dorothea Friemel bestätigte auf Anfrage des Anzeigers, dass solche Aktivitäten von Vereinen, die touristische Aktivitäten mit einbeziehen, grundsätzlich gefördert werden könnten. Das sei auch in der neu angelaufenen Programmperiode 2014 bis 2020 möglich.

Golfcard mit der Karte für Touristen koppeln

Neubergers Kompagnon Fritzenwenger verteilte Flyer seines Ruhpoldinger Clubs, in denen Partnerhotels aufgeführt sind. Er könnte sich auch vorstellen, an die Chiemsee Golfcard für Touristen „anzudocken“. Sie wird von der Priener Tourismus GmbH ausgegeben. Touristen können dort für 180 Euro auf vier Golfplätzen spielen, die sie aus insgesamt neun Plätzen frei auswählen können. Offenbar sind die Golfer am Alpenrand besonders erfindungsreich. Eine Euregio Greenfee Card einzuführen hatte nämlich der Golfclub Berchtesgadener Land im November 2013 angeregt.

Bericht der Passauer neuen Presse / Dietmar Fund

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